Dienstag, 26. Februar 2013

Unter dem Herzen - Ildikó von Kürthy

Dieses Buch war das liebgemeinte Geschenk einer Freundin anlässlich meiner Schwangerschaft.



Die Autorin berichtet über ihre Erlebnisse während ihrer Schwangerschaft und bis ihr Sohn 1 Jahr alt geworden ist. Beworben wird es u.a. mit dem Satz: "«Unter dem Herzen» ist aufrichtig, lustig, bewegend, ein Reisebegleiter in die unglaubliche Realität von Eltern, Babys und Feuchttüchern". Nur leider hat die Autorin einen Spagat zwischen tiefempfundener Überwältigung, über die doch noch geglückte Schwangerschaft vor den Wechseljahren, und fäkalem Kalauer angestrebt, den ich insgesamt eher abstoßend finde.

Und das Herz kommt ganz und gar zu kurz...

Der chronologische Aufbau des Buches verleitet dazu, zu erwarten, man würde hier ein Tagebuch der Gedanken, Sorgen und Hoffnungen der Autorin, gespickt mit netten Anekdoten der werdenden/ jungen Mutter finden.
Allerdings beschränken sich die Sorgen in der Schwangerschaft auf die üblichen Klischees körperlicher Unpässlichkeiten (zugegebenermaßen amüsant geschildert), sowie die endlose Angst um die eigene Kleidergröße und so spießig zu enden, wie andere Eltern. Die Autorin kämpft so verbittert dagegen an, jemals eine typische Mutter zu werden, dass man sich selbst gar nicht mehr traut, sich aufs Muttersein zu freuen. Darüber hinaus werden ohne jedes Augenzwinkern mit einer Vehemenz männerfeindliche Thesen vertreten (Frauen dürfen scheinbar gnadenlos verallgemeinern, aber wehe, ein Mann würde derartig über "die Frauen" herziehen), dass einem ganz Bange um ihren kleinen Sohn wird, und man sich fragt, wie man mit diesem totalitär-finsteren Männerbild tatsächlich verheiratet sein kann.

Schade, denn eigentlich hätte ich gerne ein Buch, in dem ich mich in dieser viel zu rührseligen Phase wiedererkennen kann. In unserem Freundeskreis sind wir leider gerade die Vorreiter beim Thema Kinderkriegen, so dass ich damit tatsächlich ein wenig allein dastehe.

Dieses Bild gibt meinen Eindruck übrigens ganz genau wieder: Ja, ich habe ein Kind ausgetragen, das lässt sich doch super vermarkten! Die Hauptsache ist aber, dass ich immer noch super lässig und gut gebotoxt bin. (Zugegebenermaßen Spekulation, aber ich glaube nicht, dass Mutter Natur ihr mit 45 eine derartig faltenfreie Stirn geschenkt hat.)

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